Hegering Gillenfeld

 

Die jährliche Schwarzwildzählung findet am Wochenende vom 18.06. bis zum 20.06.21, statt.

 

 

 

 

Nach Jagd-Urteil: Empörung bei Tierschützern und Jägern

500 Euro und das Wort „Ordnungswidrigkeit“ sorgen für einen Aufschrei unter Tierschützern und Jägern. Damit kam ein Garmisch-Partenkirchner davon, der ein Muttertier erlegt hat. Für den Richter ließ sich keine Straftat nachweisen. Tessy Lödermann befürchtet einen Präzedenzfall.

Garmisch-Partenkirchen – Diese eine Sache wollen Jäger unbedingt vermeiden. Es ist „das Schlimmste, was man machen kann“, sagt Johann Geisslinger, Vize-Vorsitzender der Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen im Bayerischen Jagdverband. Wem es passiert, „den belastet das ein Leben lang“, ergänzt Tessy Lödermann, Vorsitzende des Tierschutzvereins im Landkreis. Einem Jäger aus Garmisch-Partenkirchen ist es passiert. Am 19. Juni 2020 hat der 69-jährige, erfahrene Weidmann ein Muttertier erlegt. Damals forderten Geisslinger und Lödermann gegenüber dem Tagblatt: Diese Tat muss bestraft werden. Ein Jahr später steht fest: Der Strafbefehl über 2000 Euro wurde kassiert, das Verfahren gegen eine Geldauflage von 500 Euro eingestellt (wir berichteten). „Das hat eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt Lödermann über die Reaktionen auf das Urteil. „Pures Entsetzen“ herrsche unter Jägern und Tierschützern.

Rechtsanwalt des Jägers plädiert für Abschaffung des Paragrafen, der das Muttertier schützt
Was sie besonders fassungslos und traurig zurücklässt: Wie „unverhohlen“ der Rechtsanwalt in der knapp zweistündigen Verhandlung dafür plädierte, den Schutz des Muttertiers aus Paragraf 22, Absatz 4 im Bundesjagdgesetz gleich ganz abzuschaffen.  (weiterlesen)

 

 

 

 

Produktinformation: Drohnen halten Einzug in das Jagdwesen

Die diesjährigen Drohneneinsätze bei der Rehkitzrettung sind in aller Munde. Das mühsame Absuchen der Wiesen hat ein Ende, mittels Drohne können viele Hektar Wiesen vor der Mahd in kürzester Zeit abgesucht werden. Die Rehkitzrettung fördert die Zusammenarbeit von Jägern und Landwirten, ist ein wichtiger Beitrag für den Tierschutz und der Beitrag der örtlichen Jäger für die jagdliche Öffentlichkeitsarbeit ist unbezahlbar. Nicht nur bei der Rehkitzsuche sind Drohnen ein überaus hilfreiches Werkzeug bei der Jagd. Es gibt viele weitere Anwendung in denen die Drohnen, mit unterschiedlichen Nutzlasten ausgestattet, dem Jagdpächter wertvolle Dienste leisten kann.

Der Blick von oben bietet viele Möglichkeiten

So fällt es mittels Drohnen und ihrem Blick von oben leicht, die vom Schwarzwild angerichteten Wildschäden im Mais frühzeitig zu erkennen und schnell Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bevor die Sauen größere Schäden anrichten.

Wenn die Maisjagden beim herbstllichen Maishäckseln beginnen, leistet die Drohne bei der Organisation vor der Saujagd wertvolle Dienste. Das Anstellen der Schützen ohne vorher zu wissen, ob Sauen im Mais stecken, entfällt. Alle Sauen, die sich im Mais eingeschoben haben, können mühelos vor dem Beginn des Häckselns vom Jagdleiter bestätigt werden.

Auch bei Drückjagden im Winter können mit Wärmebildkameras unterstützte Drohnen bei der Nachsuche auf krankgeschossenes Wild dem Nachsuchenführer wervolle Dienste leisten. Wird die Drohne unmittelbar nach dem Schuss eingesetzt, sind Kontrollsuchen schnell und sicher durchzuführen. In den Wintermonaten hebt sich das kranke oder tote Stück Wild auch durch die hohen Bäume noch lange durch die Körpertemperatur vom kalten Waldboden ab und das kranke oder tote Stück Wild kann von der Wärmebildkamera problemlos erfasst werden. Die Kontrollsuche mittels Drohne gibt dem Schützen zudem die absolute Sicherheit, gefehlt zu haben.  (weiterlesen)


 
 
 

 

Fühlt sich von Kitzrettung gestört: Landwirt schießt Drohne ab

am
Montag, 14.06.2021 - 17:17
Drohne-Kitzrettung © Rasso Walch
Der Landwirt fühlte sich wohl durch die Drohne gestört (Symbolbild).

In der Gemeinde Bleiburg (Österreich) hat ein Drohnenflugunternehmen am 12. Juni Flüge im Auftrag der Kärtner Jägerschaft durchgeführt. Wie die Landespolizeidirektion Kärnten berichtet, seien mit der Drohne Wiesen nach Jungwild abgesucht worden, um dieses vor Mahdarbeiten zu retten. Gegen 8:30 Uhr fühlte sich ein 51-jähriger Landwirt durch die Kitzrettungsmaßnahmen wohl so gestört, dass er kurzerhand die Drohne mit einer Schrotflinte abschoss. Durch den Schuss wurde diese schwer beschädigt. Wie die Polizei weiter mitteilt, sei der Copter nicht über das Grundstück des 51-Jährigen geflogen, sondern über ein Nachbargrundstück. Nach anfänglichem Leugnen habe er den Schuss dann zugegeben, so die Beamten.

Landwirt erhält Anzeige

Gegen den Landwirt wurde ein Waffenverbot verhängt. Auch beschlagnahmte die Polizei weitere Waffen des Mannes und erstattete Anzeige wegen Sachbeschädigung. Menschen seien durch die Schussabgabe jedoch nicht gefährdet worden.

 

 

 

 

Naturschauspiel - Blühbeginn der Edelkastanie für Mitte Juni erwartet

Die Edelkastanie (Castanea sativa) ist eine der Charakterbaumarten des Pfälzerwaldes. Sie kann sicherlich als regionales Alleinstellungsmerkmale bezeichnet werden, denn die Hälfte aller bundesdeutschen Edelkastanienvorkommen befinden sich mit etwa 3000 Hektar in den südpfälzischen Forstämtern Annweiler und Haardt. Weitere geschlossene Bestände schließen sich dann weiter nördlich im Forstamt Bad Dürkheim an. Demnächst sticht sie wieder aus dem scheinbar unendlichen Grün des Waldgebirges hervor. Die Forstleute rechnen Mitte Juni mit dem Blühbeginn. Durch ihre weißlich-gelben Blüten zeigt sich dann gut sichtbar ein fast lückenloses Band am Ostabfall des Pfälzerwaldes (vergleiche Karte im Anhang). Danach kann dieses Naturschauspiel für mindestens drei Wochen erlebt werden. Touristiker*innen und Waldbesucher*innen freut‘s. Viele kommen, um den Anblick der außergewöhnlichen Blütenstände und ihren zarten Duft zu genießen, vielleicht auch bei einer Wanderung auf dem „Pälzer Keschdeweg“. Außerdem warten Imker aus dem ganzen Bundesgebiet auf dieses Ereignis. Um die Blühperiode zu nutzen, haben sie in Absprache mit den Forstleuten bereits mehrere hundert Bienenvölker in die Wälder gebracht. Millionen fleißiger Immen tragen dann den begehrten, bernsteinfarbenen, herbsüß schmeckenden Kastanien-Honig ein.

Betrachtet man ihre sonstigen Qualitäten, drängt sich das Prädikat Multitalent auf. Ihr Holz ist so dauerhaft wie das der Eiche. Außer im Lawinenverbau der Alpenländer wird es in jüngster Zeit im Bauwesen eingesetzt. Musterbauten entstehen derzeit in Annweiler und Eußerthal. Weil sie mit wenig Wasser auskommt und große Hitze toleriert, setzt man, wo es sich nach Berücksichtigung der Bodenverhältnisse anbietet, bei der Anpassung unserer Wälder in der Klimakrise auch auf die Edelkastanie. Im Herbst bereichern die glänzenden, braunschaligen Früchte den regionalen Speiseplan. Man kann sie sich idealerweise zum ebenfalls regionaltypischen Wildfleisch servieren lassen. Viele Menschen haben Spaß daran, die gut kieselsteingroßen „Keschde“ selbst zu sammeln, danach zu rösten oder zu kochen. Nach der „Handstraußregel“ ist dies in haushaltsüblichen Mengen für den persönlichen Bedarf gestattet.

Die Edelkastanie zeigt besondere, ökologisch relevante Eigenschaften auf und sie bildet eine Vielzahl wertvoller Biotopholzstrukturen aus. In Bezug auf Flechten, Moose und Pilze ähnelt sie sehr stark den Beobachtungen, die man in gleicher Weise bei der Eiche machen kann.

Im Forstamt Annweiler wurde bereits vor einigen Jahren ein Sortengarten für die Edelkastanie gepflanzt. „Diese Anlage muss man sich wie eine Art Streuobstwiese für die Keschde vorstellen, die aus fast 80 unterschiedlichen Herkünften besteht“, erklärt der zuständige Forstamtsleiter Gregor Seitz, „Die Einheimischen Vertreter heißen „Frühe Rinnthaler“ oder „Kichheimbolander“, andere tragen so poetisch Namen wie „Vincent van Gogh“, „Doree de Lyon“ oder „Bouche de Bettisac“. „Die Edelkastanie darf nicht mit der Rosskastanie verwechselt werden. Sie gehört zu den Buchengewächsen“.

Leider sind die Vorkommen der Edelkastanie, die 2018 zum Baum des Jahres gewählt wurde, durch einen Pilz akut bedroht. Der aggressive Wundparasit (Cryphonectria parasitica) wurde in Deutschland erstmals 1992 in der Ortenau/Schwarzwald nachgewiesen. Mittlerweile gibt es auch Befallsherde in der Vorderpfalz.

Das interdisziplinäre, deutsch-französische Forschungsprojekt „Die Edelkastanie am Oberrhein“ unter Leitung der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz, Trippstadt, untersuchte und dokumentierte die Bedeutung der Edelkastanie in einem umfassenden, auch kulturhistorisch und touristischen Sinne.

Am 2. Juli 2005 wurde die Interessengemeinschaft Edelkastanie begründet. Sie will den Informationsaustausch verbessern, das waldbauliche Wissen mehren, die Edelkastanie als landschaftsprägendes, charakteristisches Gehölz der Weinbauregionen erhalten und eine umfassende Forschung fördern.

 

 

 

 

Vier Kitze bei Mahdarbeiten getötet – Jägerin erstattet Anzeige

am
Samstag, 12.06.2021 - 15:05
Kitz-tot © Anne Lenk
Insgesamt wurden vier Kitze bei der Mahd getötet.

Am 3. Juni sind vier Rehkitze bei Mäharbeiten in der Gemeinde Weischlitz (Vogtlandkreis, Sachsen) zu Tode gekommen. Wie Anne Lenk, Jagdausübungsberechtigte des betroffenen Reviers, gegenüber der Redaktion berichtete, habe eine Passantin die Mäharbeiten mitbekommen. Als diese beendet waren, beobachtete die Frau ein Reh, welches kein natürliches Fluchtverhalten zeigte. Daraufhin habe sie die Jägerin kontaktiert.

Anne Lenk begab sich umgehend zur besagten Wiese und stellte fest, dass es sich bei dem Reh um eine Geiß handelte, die neben ihrem totgemähten Kitz stand. Gemeinsam mit der Passantin und einer weiteren Jagdkollegin, Manuela Schneider, suchten die Frauen die Wiese nach weiteren Kitzen ab. Insgesamt fanden sie vier ausgemähte Rehkitze. Die Jagdausübungsberechtigte zeigte diesen Vorfall bei der Polizei an. Eine Pressesprecherin der Polizeidirektion Zwickau bestätigte die Anzeige gegenüber der Redaktion. Da allerdings der Grundstückseigentümer zum Zeitpunkt der Anzeige nicht eindeutig ermittelt war, wurde diese gegen Unbekannt gestellt.

Landwirte in der Pflicht

Michael Völker, Jäger und Lebensgefährte von Anne Lenk, verdeutlicht in einem Schreiben an die Redaktion, dass hier nicht die Jäger, sondern die Landwirte in der Pflicht sind, die Tiere vor dem Mähtod zu bewahren. Sie müssen sicherstellen, dass die Tiere nicht gefährdet oder getötet werden.

Zahlreiche Jägerinnen und Jäger setzen sich jedoch ehrenamtlich bei der Kitzrettung ein und helfen Landwirten Wiesen vor der Mahd nach Jungwild abzusuchen. So auch Anne Lenk und Michael Völker. Seit einigen Wochen suchen sie in den frühen Morgenstunden mit einer Wärmebilddrohne nach Rehkitzen, um mögliches Tierleid zu verhindern.

 

 

 

 

 

Jetzt noch Kitzrettung per Drohne fördern lassen 

11. Juni 2021 (DJV) Berlin

Anträge jetzt stellen: Nur noch bis zum 1. September 2021 fördert das Bundeslandwirtschaftsministerium Drohnen mit Wärmebildkameras zur Kitzrettung. Bereits 378 Anträge sind eingegangen. Die Norddeutsche Wildtierrettung bietet kostenfreie Beratung an.

Seit Ende März 2021 fördert das BMEL die Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildtechnik zur Kitzrettung.
Seit Ende März 2021 fördert das BMEL die Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildtechnik zur Kitzrettung. (Quelle: Czybik/DJV)

Seit Ende März 2021 fördert das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildtechnik zur Kitzrettung. Ihr Einsatz ist eine der effektivsten Methoden für die Wildtierrettung bei der Frühjahrsmahd. Verantwortlich für die Vergabe der Fördergelder ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Insgesamt stehen drei Millionen Euro zur Verfügung. Bisher sind 378 Anträge auf Förderung bei der BLE eingegangen. Etwa genauso viele Drohnen können also bis zum 1. September 2021 noch gefördert werden. Anträge stellen können eingetragene Vereine, zu deren satzungsmäßigen Aufgaben Pflege und Förderung des Jagdwesens, Tier-, Natur- und Landschaftsschutz sowie Rettung von Wildtieren gehören. Dazu gehören auch Kreisjagdverbände oder Kreisvereine, nicht aber die juristisch unselbstständigen Hegeringe.

Welche Drohnen sind förderfähig?

Förderfähig sind Drohnen mit Wärmebildkameras und Home-Return-Funktion ab einer Akkulaufzeit von mindestens 20 Minuten. Der Zuschuss beträgt 60 Prozent des Anschaffungspreises, höchstens jedoch 4.000 Euro pro Drohne. Je Verein können bis zu zwei Drohnen gefördert werden. 

Wie läuft das Antrags- und Anschaffungsverfahren ab?

Der Antrag auf Förderung kann online oder postalisch bei der BLE erfolgen. Dann folgt der Bewilligungsbescheid. Liegt dieser vor, kann die Drohne angeschafft werden. Danach wird der Antrag auf Auszahlung gestellt - Frist ist der 30. September 2021. Die BLE hat für Förderung und Antragsprozess ein ausführliches Frage-und-Antwort-Papier veröffentlicht. Aus diesem geht auch hervor, welche Anlagen den Anträgen beizulegen sind.

Weitere Infos und Beratung bietet die Norddeutschen Wildtierrettung

Interessierte können sich auf der Website der Norddeutschen Wildtierrettung informieren. Dort gibt es einen Überblick zu Drohnen und Wärmebildtechnik sowie Infos für Drohnenpiloten und Jagdpächter - auch zur Vereinsgründung. Weiterhin bietet die Norddeutsche Wildtierrettung unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Beratung und Hilfe bei der Beantragung der Fördermittel. Für Teams, die sich bei der Norddeutschen Wildtierrettung registrieren lassen, ist diese kostenlos. Zudem gibt es eine kostenlose Internetpräsenz.

 

 

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