Hegering Gillenfeld

 

Zwecks Durchführung von Treib- und Drückjagden in der Corona Zeit hat der LJV einen Ablaufplan-Drückjagd-Stand-19.8.20 herausgegeben . Er ist unter dem Reiter oben "Downloads" in der Untergruppe "Corona" zu finden, und kann dort herunter geladen werden.

 


 

Fünf weitere ASP-Fälle in Brandenburg

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat heute den insgesamt 91. Fall von Afrikanischer Schweinepest bestätigt 

Ein Wildschwein (Foto: Miriam Müller)

Ein Wildschwein (Foto: Miriam Müller)

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) informiert, dass sich der amtliche Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei fünf weiteren Wildschweinen in Brandenburg bestätigt hat. Das Nationale Referenzlabor – das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – hat die Tierseuche in den entsprechenden Proben nachgewiesen.

Drei Wildschweine stammen aus dem ersten Kerngebiet (die drei Funde liegen im Landkreis Oder-Spree); zwei Wildschweine aus dem zweiten Kerngebiet (diese Funde liegen im Landkreis Märkisch Oderland).

Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wie vor frei von der Afrikanischen Schweinepest. Die Seuche ist für den Menschen ungefährlich.

 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vom 23. Oktober 2020, Berlin

 

 

 

 

Gesellschaftsjagden unter Corona-Bedingungen

Hinweise und Empfehlungen für die Durchführung geben NRW-Umwelt- und Gesundheitsministerium

Hinweise und Empfehlungen für die Durchführung von Gesellschaftsjagden unter Corona-Bedingungen (Foto: LJV NRW / A. Kowalewski)

Hinweise und Empfehlungen für die Durchführung von Gesellschaftsjagden unter Corona-Bedingungen (Foto: LJV NRW / A. Kowalewski)

Zur Durchführung der herbstlichen Gesellschaftsjagden in Zeiten von Corona hat das NRW-Umweltministerium in Abstimmung mit dem NRW-Gesundheitsministerium gemeinsame Empfehlungen ausgearbeitet:

I. Allgemeine Hinweise:

Diese Hinweise orientieren sich an den aktuellen Vorgaben für Nordrhein-Westfalen und sollen als Leitfaden zur Vorbereitung und Durchführung von Gesellschaftsjagden dienen. Zu berücksichtigen sind bei der Durchführung der Jagd im weiteren zeitlichen Verlauf immer die jeweils aktuellen Coronabestimmungen.

Gemäß § 17 a Absatz 1 Landesjagdgesetz Nordrhein-Westfalen handelt es sich um eine Gesellschaftsjagd, wenn mehr als vier Personen jagdlich zusammenwirken. Oberster Grundsatz bei der Jagdplanung ist neben den bekannten organisatorischen Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen die Durchführung eines ordnungsgemäßen Jagdablaufes, bei Reduzierung und Nachverfolgbarkeit von Kontakten der Jagdbeteiligten. 

Im Folgenden wird nur auf die coronabedingten Maßnahmen eingegangen. Alle anderen für den Jagdablauf relevanten Vorschriften bleiben weiterhin bestehen. Die oder der bei Gesellschaftsjagden immer zu bestimmende Jagdleiterin oder Jagdleiter sorgt ebenfalls für die Einhaltung der Coronaschutzbestimmungen. 

Hierzu zählen:

Eine Gesellschaftsjagd gilt grundsätzlich als Veranstaltung im Sinn der Coronaschutzverordnung des Landes NRW. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur unter Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Personen erlaubt (Abstandsgebot). Durch den Veranstalter/die Jagdleitung sind Maßnahmen zur Einhaltung des Abstandsgebotes, insbesondere zur Steuerung des Zutritts, zu ergreifen, wie beispielsweise durch Anbringen von gut sichtbaren Abstandsmarkierungen im Abstand von mindestens 1,5 Metern.

Soweit in bestimmten Bereichen eine ständige Einhaltung des Mindestabstands nicht sichergestellt werden kann, ist von allen Teilnehmern unbedingt eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen (Maskenpflicht).

Personen mit Symptomen einer Atemwegsinfektion (insbesondere Husten, Erkältungssymptomatik, Fieber) haben der Jagd fern zu bleiben; ihnen ist im Regelfall die Teilnahme an der Jagd zu verwehren. Hierauf ist bereits in der Einladung unbedingt hinzuweisen.

Die Einhaltung der AHA-Regeln (Abstand einhalten – Hygieneregeln beachten – Alltagsmaske tragen) sind obligatorisch. Individuelle Hygienemaßnahmen, wie beispielweise Verzicht auf Händeschütteln und Husten sowie Niesen in die Armbeuge, sind zu beachten. Besondere Hygienemaßnahmen, wie beispielweise die Bereitstellung von Desinfektionsmittel, sind zu beachten.

Die Kontaktnachverfolgbarkeit der Teilnehmer ist vorübergehend (für vier Wochen) sicherzustellen (Kontakterfassung). Kontakte sind auf das unbedingte Maß zu reduzieren - und dort, wo sie nicht zu vermeiden und zugelassen sind – nur unter Wahrung des Sicherheitsabstands und der Hygienevorgaben zuzulassen. Ohne Mindestabstand dürfen nur kleine Gruppen von maximal 10 Personen (bei hohen Infektionszahlen 5 Personen) zusammentreffen.

Zusammenkünfte sollten im Freien oder unter überdachten Einrichtungen stattfinden. Geschlossene Räume sind zu meiden, wenn sie nicht gut durchlüftet werden. Innerhalb von geschlossenen Räumen gilt die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung (Maskenpflicht) und die Pflicht zum Einhalten des Mindestabstands. Ausnahmen sind eng begrenzt (wie

beispielsweise das gemeinsame Sitzen an 10er Tischen in der Gastronomie (bei hoher Inzidenz: 5er Tische). 

II. Jagdablauf

Größere Ansammlungen sind in jedem Fall zu vermeiden. Daher soll der Treffpunkt zur Jagd unter Berücksichtigung der Personenzahl so ausgewählt werden, dass er entweder

  • an einem zentralen Ort mit ausreichendem Abstand oder
  • mit zeitlich versetztem Eintreffen der Gruppen oder
  • an unterschiedlichen Treffpunkten erfolgt.

Da zur effektiven und waidgerechten Durchführung einer Gesellschaftsjagd nicht in allen Situationen (Anstellen, Bergen von Wild etc.) der Mindestabstand und die Maskenpflicht eingehalten werden kann, bietet sich an, für den gesamten Jagdtag feste Kontaktgruppen (jeweils mit einer Gruppenführerin oder einem Gruppenführer) zu bilden, die der Obergrenze der Coronaverordnung entsprechen und dann während des Jagdtages auch unter Unterschreitung des Abstands und ohne ständiges Tragen der Mund-Nase-Bedeckung zusammenwirken können.

Die Personenzahl einer Kontaktgruppe ist auf maximal 10 Personen zu begrenzen. In Kommunen mit einer 7-Tages-Inzidenz über 50 (Gefährdungsstufe 2) ist die Gruppengröße auf 5 Personen zu begrenzen.

Die Gruppen haben über den ganzen Jagdtag hindurch Abstand zu allen anderen Gruppen innerhalb der Jagdgemeinschaft zu halten. Zum Beispiel das Aufbrechen/Bergen des Wildes ohne Mindestabstand muss dann durch Mitglieder nur einer Gruppe erfolgen.

Um die Gruppen als solche für alle leicht erkennbar zu machen, bietet sich eine Kennzeichnung der Gruppenmitglieder (Jäger und Treiber) durch gleichfarbige Bänder, Karten oder Ähnliches an.

Zur Nachverfolgbarkeit bei möglichen Infektionsfällen müssen auch die Zusammensetzungen der Gruppen dokumentiert sein. 

Zur Reduzierung von Kontakten wird folgendes empfohlen:

Der Treffpunkt kann örtlich und zeitlich entzerrt werden, wenn die Einteilung der Gruppen bereits vor dem Jagdtag festgelegt wird.

Allgemeine Einweisungen und Erklärungen können bereits vor dem Jagdtag (beispielsweise schriftlich mit der Einladung) erfolgen.

Kopien/Scans von Jagdschein und Schießnachweis können vorab per Post/E-Mail verlangt werden. Dies kann der Vorbereitung einer dezentralen Kontrolle der Jagdscheine dienen. Von der Kontrolle des Jagdscheins am Jagdtag selber kann der vorherige Versand aus versicherungstechnischen Gründen nicht entbinden. Dieser kann aber zum Beispiel vom Jagdleiter an die Gruppenführer delegiert werden und mit Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Infektionsgefahren (einfaches Beispiel: Kontrollperson sitzt im Auto, Hereinreichen der Jagdscheine durch ein nur leicht geöffnetes Fenster) durchgeführt werden. 

Mündliche Einweisungen sollten auf das Wesentliche beschränkt werden.

Die Gruppenführer sollen den Schützen und Treibern bereits vor der Jagd als Ansprechpersonen mitgeteilt werden. Dies ist besonders wichtig bei dezentralen Treffpunkten oder bei zeitversetzter Anreise.

Bei dezentralen oder zeitlich versetzten Treffen nehmen die Gruppenleiterinnen oder Gruppenleiter die Aufgabe einer Jagdleiterin oder eines Jagdleiters für die Gruppe wahr und weisen die Schützen ein. Die Gesamtverantwortung verbleibt bei der Jagdleiterin oder dem Jagdleiter der Gesellschaftsjagd. 

Bei unvermeidbaren Sammelfahrten in der Gruppe ist von allen Mitfahrern eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Die Bergung des Wildes erfolgt nur innerhalb der Gruppe oder durch einen festen Wildbergetrupp. Das Wild wird an den Aufbruch- und Kühlräumen an einen festen Kühlraumtrupp übergeben. Dritte sollten keinen Zugang haben. Nach der Bergung des Wildes und den notwendigen Einweisungen der Nachsuchenführerinnen oder Nachsuchenführer ist der jagdliche Teil beendet. 

Die Verpflegung der Jagdteilnehmer sollte möglichst aus dem Rucksack erfolgen. Eine Essensausgabe darf nur nach Gruppen getrennt erfolgen. Die Ausgabe von Getränken erfolgt nur in Ein-Personen-Flaschen.

Es sollte geprüft werden, ob auf Streckenlegung, Verteilung der Brüche und Verblasen der Strecke wegen der schwierigen Einhaltung der Abstände ganz verzichtet werden kann; wenn es (ggf. auf einzelne Stücke je Wildart reduziert) erfolgen soll, ist auf den Mindestabstand zwischen den festen Gruppen unbedingt und strengstens zu achten. Zudem sind für Bläserinnen und Bläser auch im Außenbereich Abstände von mindestens 3 Metern vorzusehen.

Wegen der anstehenden Wiederbewaldungsmaßnahmen und der akuten Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest sind Bewegungsjagden weiterhin erforderlich. Die Jagdausübungsberechtigen werde daher gebeten, auch in der aktuellen Coronasituation die Jagden durchzuführen.

 

Quelle: LJV NRW/MULNV, 22. Oktober 2020, Düsseldorf/Dortmund

 

 

 

Augen auf in der dunklen Jahreszeit

Hirsch im Nebel

Im Dunkeln sind Wildtiere nur schwer zu erkennen, daher sollte die Geschwindkigkeit bei unübersichtlichen Stellen reduziert werden. (Quelle Heinen/LJV RLP

Wenn am 25. Oktober die Sommerzeit endet und der Berufsverkehr in die Dämme-rungsstunden verlagert wird, steigt die Gefahr von Wildunfällen. Dunkelheit, Nebel und nasse Straßen sind während Herbst und Winter keine Seltenheit.

(Gensingen, 22. Oktober 2020) Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) empfiehlt Autofahrern in den Wochen nach der Zeitumstellung am 25. Oktober besonders aufmerksam zu sein. Denn die Wildunfallgefahr steigt, wenn der Berufsverkehr durch die Umstellung auf die Winterzeit mit den Gewohnheiten der Wildtiere kollidiert. In den Dämmerungsstunden queren viele Wildtiere bei der Nahrungssuche Straßen, wodurch es zu Verkehrsunfällen kommen kann. Im Herbst ist die Unfallgefahr überdurchschnittlich hoch - besonders zwischen 6.00 und 8.00 Uhr morgens. Hauptsächlich betroffen: Rehe und Wildschweine. Zu diesen Er-gebnissen kommt der Deutsche Jagdverband (DJV). Wissenschaftler haben hierfür über 21.600 Datensätze des Tierfund-Katasters (www.tierfund-kataster.de) für den Zeitraum September 2018 bis August 2020 ausgewertet. Straßen durch den Wald und Strecken entlang von Wäldern und unübersichtlichen Feldrändern sind besonders unfallträchtig.

In Rheinland-Pfalz kam es im Jahr 2019 zu 24.838 Wildunfällen. Im Vergleich zu 2018 stieg damit die Zahl von Verkehrsunfällen mit Wildtieren um etwa sechs Prozent. Mehr als 60 Prozent der Wildunfälle ereigneten sich in der Nordhälfte von Rheinland-Pfalz. Im Jagdjahr 2018/2019 fanden rund 10.000 Rehe durch den Straßenverkehr den Tod. Keine andere Wildart kommt so häufig unter die Räder. Ein Hauptgrund für Wildunfälle ist die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege. Auch deswegen fordert der LJV den Ausbau von Wildtierkorridoren und Querungshilfen.

Wildunfälle sind nicht zu unterschätzen. Autofahrer können mit dem richtigen Verhalten selbst Wildunfälle vermeiden. Die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen, ist die wichtigste Regel. Denn wer mit 80 statt mit 100 Stundenkilometern unterwegs ist, hat bereits einen 25 Meter kürzeren Bremsweg. Bei einem Crash mit einem 80 Kilogramm schweren Wildschwein bei 60 km/h wirkt ein Aufprallgewicht von 3,5 Tonnen auf das Fahrzeug ein. Überquert ein Wildtier die Straße, sollte der Fahrer das Licht abblenden, hupen und bremsen – keinesfalls versuchen auszuweichen, denn die Folgen könnten schwerwiegender sein.

Ist es zum Crash gekommen, gilt es, Ruhe zu bewahren, die Unfallstelle zu sichern und die Polizei zu rufen. Ist das Wildtier noch am Leben, verständigen die Ordnungshüter den zuständigen Jäger, damit dieser das Tier von seinen Leiden erlöst. Keinesfalls darf ein verendetes Tier in das eigene Auto „eingepackt“ werden, denn das wäre Jagdwilderei. Tipps zum richtigen Verhalten nach einem Wildunfall finden interessierte auf der Homepage des LJV.

Um Schwerpunkte für Wildunfälle zu erkennen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen, gibt es seit 2016 das bundesweite Tierfund-Kataster. Über App oder Internetseite kann jeder Wildunfälle eintragen. Wissenschaftler werten die gesammelten Daten aus, die Er-gebnisse sind wichtig für die Verkehrsplanung. So können Straßen wildtierfreundlicher gestaltet werden, was zu mehr Tierschutz und weniger Personen- und Sachschäden führt. 

Weitere Daten und Fakten gibt es im Internet: www.jagdverband.de/wildunfall. Mit der Video-Kampagne "Tiere kennen keine Verkehrsregeln" informieren DJV und ACV Auto-mobil-Club Verkehr zudem über Wildunfälle: www.wildunfall-vermeiden.de.

Wissenswertes zum Tierfund-Kataster

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein hat das Tierfund-Kataster entwickelt, seit 2016 ist es bundesweit nutzbar. Die App kann kostenlos im App-Store (Android und iOS) heruntergeladen werden. Wie die App funktioniert, erklärt ein Tutorial

 

10 Tipps für den Ernstfall 

Wie lässt sich ein Wildunfall verhindern?

• Geschwindigkeit reduzieren entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder.

• Besonders gefährlich: neue Straßen durch Waldgebiete, da Tiere gewohnte Wege nutzen.

• Tier am Straßenrand: Abblenden, Hupen, Bremsen.

• Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollten stets mit Nachzüglern rechnen.

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

• Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warn-dreieck aufstellen und Polizei rufen.

• Achtung Infektionsgefahr: tote Tiere mit Handschuhen anfassen.

• Abstand halten zu lebenden Tieren.

• Wild nicht mitnehmen, Wilderei ist strafbar.

• Einem geflüchteten Tier nicht folgen. In der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.

• Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.

 

 

 

 

Wildunfälle im Jahr 2019 auf Rekordhoch

am
Mittwoch, 21.10.2020 - 17:25
Wildunfall-mit Rehwild © benjaminnolte - stock.adobe.com
Besonders häufig gerät Rehwild unter die Räder.

Rein rechnerisch hat es im vergangenen Jahr rund 800 mal am Tag einen Wildunfall gegeben. Wie der „Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)“ mitteilt, wurden im Jahr 2019 rund 295.000 Wildunfälle registriert. Das seien so viele wie nie zuvor und 27.000 Fälle mehr als im Jahr 2018. Besonders hoch sei das Risiko für Wildunfälle im April und Mai sowie zwischen Oktober und Dezember. Laut „GDV“ seien auch die Reparaturen nach Wildunfällen teurer geworden. Für jeden Unfall zahlten die Versicherungen 2019 knapp 3.000 Euro.

Rehwild häufigstes Opfer

Am häufigsten kommt es in Deutschland zu Zusammenstößen mit Rehwild. Wie der Deutsche Jagdverband angibt, wurden 2018/2019 202.810 Stück Rehwild durch den Straßenverkehr getötet. Nicht erfasst sind Wildunfälle mit Fahrzeugen, für die keine Kaskoversicherung abgeschlossen wurde. Auch Unfälle mit beispielsweise Hasen, Füchsen oder Flugwild finden sich in der Statistik in der Regel nicht wieder.

 

 

 

 

Ausbreitung der ASP eindämmen

Gemeinsamer Aufruf von MULNV, WLV, RLV und LJV NRW

Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest eindämmen - gemeinsamer Aufruf von MULNV, WLV, RLV und LJV NRW (Foto: Canva)

Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest eindämmen - gemeinsamer Aufruf von MULNV, WLV, RLV und LJV NRW (Foto: Canva)

In einem gemeinsamen Aufruf richten sich das NRW-Landwirtschaftsministerium (MULNV), der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV), der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) und der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) an die heimischen Landwirte und Jäger:

Landwirte und Jäger sind gemeinsam gefordert, gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzugehen und den Ausbruch in Nordrhein-Westfalen zu verhindern. Daher werden alle Jägerinnen und Jäger aufgefordert, von Jagdreisen (Jagdtourismus) in betroffene und potenziell betroffene ASP-Gebiete abzusehen.

Das größte Ausbreitungsrisiko der ASP liegt in der nicht gewollten Verschleppung durch den Menschen. Vor diesem Hintergrund ist eine Beteiligung von heimischen Schweinehaltern an Wildschweinjagden in den aktuell betroffenen Gebieten Brandenburgs, aber natürlich auch in anderen betroffenen Regionen, zu unterlassen.

Nordrhein-Westfälische Jäger, die in Brandenburg die Jagd ausüben, haben derzeit eine besonders hohe Verantwortung für die Gesunderhaltung der Wildschweine und für die schweinehaltenden Betriebe. Das Virus darf in keinem Fall versehentlich nach NRW verschleppt werden. Von Kleidung, Ausrüstung und Trophäen geht ein hohes Risiko aus. In jedem Fall sind möglicherweise kontaminierte Kleidungsstücke (gerade Schuhe), andere Ausrüstungsgegenstände oder Jagdhunde nach dem jagdlichen Einsatz vor Ort zu reinigen und zu desinfizieren. Ohne eine gründliche Reinigung von Kleidung und Ausrüstung darf diese nicht ins heimische Revier mitgenommen werden. Auch kleine Schweißreste dürfen nicht toleriert werden. Sofern das eigene Fahrzeug zur Jagdreise mitgenommen wird, muss es vor der Rückkehr innen und außen gründlich gereinigt werden. Dies gilt vor allem für den Unterboden.

Teile von Schwarzwild, Wurst und Fleischwaren aus den betroffenen Ländern / Regionen sind dort zu belassen. Der Transport von Wildbret aus Brandenburg nach Nordrhein-Westfalen darf ohne verbindliches negatives ASP-Testergebnis in keinem Fall erfolgen. Anfallende Aufbrüche sind sicher in die dafür vorgesehenen Entsorgungstonnen der Kreise und Städte zu verbringen. 

Im Übrigen sind die gesetzlichen Regelungen und jeweils aktuellen vor Ort geltenden Anordnungen strikt zu beachten und einzuhalten.

ASP-Ausbrüche müssen früh erkannt werden, um sie rasch eingrenzen zu können. Daher sind Funde verdächtiger Kadaver umgehend an das zuständige Veterinäramt zu melden und wenn möglich mit der kostenlos herunterladbaren Tierfund-App (www.tierfundkataster.de) zu dokumentieren. Tote Wildschweine, die über die App des Tierfund-Katasters gemeldet werden, erreichen direkt das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) und gehen von dort an das zuständige Veterinäramt.

Zugleich halten es die Landesbauernverbände und der Landesjagdverband in NRW zur Vermeidung der Ausbreitung der ASP für zwingend notwendig, durch eine intensive Bejagung die heimischen Bestände von Wildschweinen deutlich zu reduzieren. Landwirte sind dabei aufgefordert, die konsequente Bejagung von Schwarzwild zu unterstützen. Die in diesem Punkt wichtige Zusammenarbeit kann z. B. durch die freiwillige Anlage von Bejagungsschneisen, praktische Unterstützung bei der Platzierung von jagdlichen Einrichtungen sowie der Benachrichtigung bzgl. geplanter Einsaat- oder Erntetermine erfolgen. Hier ist die Absprache vor Ort gefordert. Landwirte und Jäger haben das gemeinsame, übergeordnete Ziel, den Ausbruch der ASP in NRW zu verhindern und die Seuche zu tilgen.

Es ist von großer Bedeutung, Kenntnisse über den Gesundheitsstatus unserer heimischen Wildschweinpopulation zu erlangen. Neben verendet aufgefundenen Wildschweinen sind auch erlegte Wildschweine, die klinische oder mit bloßem Auge erkennbare pathologisch-anatomische Auffälligkeiten zeigen, im Rahmen des NRW-Frühwarnsystems in Abstimmung mit dem örtlichen Veterinäramt dringend auf ASP zu testen. Dies hilft bei einer möglichen Regionalisierung der ASP-Situation gegenüber der Europäischen Union und Handelspartnern der Deutschen Fleischwirtschaft. Zugleich stärkt es auch die Akzeptanz von heimischem Wildbret gegenüber dem Verbraucher.

Nur wenn Landwirte und Jäger jetzt und zukünftig gemeinsam und verantwortungsvoll handeln, kann eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindert werden. Die bereits jetzt erkennbaren wirtschaftlichen Folgen für die landwirtschaftlichen Betriebe machen allen deutlich, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen ist.

 

Quelle: Gemeinsamer Aufruf von MULNV, WLV, RLV und LJV NRW vom 16. Oktober 2020, Düsseldorf/Dortmund

 

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.